Haltung von Pfeilgiftfröschen
 

Haltung von Pfeilgiftfröschen

Nach einigen Jahren, in denen wir Pfeilgiftfrösche hielten, entflammte die Begeisterung erneut, als ein Freund uns Fragen zu Haltung stellte, da er sich selbst Frösche zulegen wollte.
Ungefähr zur gleichen Zeit entwickelten sich aus unseren P. vittatus-Gelegen die ersten Quappen. Bis dato hatten wir alle unsre Frösche in einem großen Schauterrarium gehalten. Als sich nun die ersten Nachzuchten ankündigten, ergab sich die Notwendigkeit, zumindest die Gattungen zu trennen, um Hybridzuchten zu vermeiden. Außerdem stellten wir fest, dass es zwischen einigen Tieren Rivalitäten gab, die dazu führten, dass sich verschiedene Frösche kaum noch oder gar nicht mehr zeigten.
All diese Umstände brachten uns dazu, unsere Haltungsform zu überdenken, um den Fröschen bessere Bedingungen zu bieten und sie vielleicht auch zur Nachzucht zu bringen.
So fingen wir an, in Foren und über Gespräche mit erfahrenen Froschzüchtern, Verbesserungsvorschläge zu sammeln.

Die erste Neuerung bestand darin, dem Platzmangel zum Trotz, drei neue kleinere Terrarien zu bauen. In diesen sind nun je ein Pärchen D. leucomelas und ein Pärchen D. tinctorius untergebracht, sowie vier junge, noch in der Umfärbung begriffene P. terribilis.
Die übrigen Arten – E. anthonyi, P. vittatus und D. t. azureus – verblieben im alten Schaubecken.

Damit die Frösche nicht permanent auf dem Nassen sitzen, haben wir nun eine Drainageschicht aus Blähton, Schaumstoff und abgekochtem Eichenlaub eingeführt. Die Wasserfälle und -läufe im alten Becken blieben erhalten. In den kleinen Terrarien verkleideten wir die Wände mit Xaximplatten, über die Wasser fließt. So beschränken sich die permanent nassen oder feuchten Stellen auf die Wände. Die verschiedenen Arten nehmen diese feuchten Stellen unterschiedlich gern in Anspruch: Die jungen P. terribilis sitzen gern direkt unter dem Wasserschlauch auf der Oberkante der Xaximplatten, während sich die beiden D. tinctorius meist eher im trockenen Bereich aufhalten.
Die Beleuchtung besteht bei dem großen Schaubecken aus zwei Neonröhren und einem HQI-Brenner. Die kleinen Terrarien werden mit je einem Halogenspot und einer 2.0 ReptiGlo für Amphibien beleuchtet. Ein Nebler (SuperFog) erhöht einmal am Tag die Luftfeuchtigkeit zusätzlich.

Zur „Vervollständigung des Bildes“ gesellten wir zu unseren beiden D. azureus Mädels nun auch einen wunderschönen Bock. Inzwischen hat sich ein festes Pärchen gebildet, die zweite Dame gaben wir an eine befreundete Froschhalterin ab. Es gab schon die ersten Gelege, die leider alle verpilzt waren. Das kannten wir jedoch schon von den jeweils ersten Gelegen der E. tricolor und P. vittatus.

Unsre nächste Aufgabe war die Aufzucht der Quappen. Wie schon gesagt, haben wir bisher nur gesunde Gelege von P. vittatus und E. tricolor, also von Arten, deren Quappen sich weder innerhalb ihrer Art noch zwischenartlich aggressiv oder sogar kannibalistisch verhalten. Daher entschieden wir uns für einen allgemeinen Quappenpool: Ein Aquarium mit ca. 10 cm Wasser, einigen Pflanzen, Steinen und einer Rampe, über die die Jungfrösche nach ihrer Metamorphose auf den Landteil gelangen können. Die Wassertemperatur beträgt ca. 22 - 24°C, das Wasser wird von einer Pumpe bewegt.

Ein wichtiges Element der Froschhaltung ist die Wahl der Futtertiere. Für die adulten und heranwachsenden Frösche verwenden wir Drosophila verschiedener Arten und Größen, Springschwänze und zur Ergänzung Bohnenkäfer. All diese Futtertiere züchten wir selbst. Die Futterinsekten werden mit HerpetalAmphib bestäubt, um eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien etc. zu gewährleisten.
Bei der Fütterung der Quappen probieren wir noch einiges aus. Zunächst fütterten wir mit kleinem Fischfutter. Als wir erfuhren, dass das oft zu Streichholzbeinchen führt, stellten wir diese Art der Fütterung sofort ein. Nun füttern wir mit Mückenlarven und einem speziellen Quappenfutter.

Noch haben wir keinen „fertigen“ Jungfrosch, doch die ersten Quappen haben schon ihre Hinterbeine bekommen.


Mit diesem Erfahrungsbericht wollen wir einerseits wichtige Informationen und eben eigene Erfahrungen weitergeben. Andererseits wollen wir damit auch zeigen, dass es nie verkehrt ist, alte, gewohnte Haltungssysteme zu überdenken und gegebenenfalls zu verbessern.